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Betrug & Phishing

Gefälschte Zoll-SMS: So erkennen Sie den Betrug

·5 Min. Lesezeit

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten gefälschte SMS im Namen des Zolls. Die Nachrichten behaupten, ein Paket werde beim Zoll zurückgehalten und es müssten Gebühren gezahlt werden, damit die Sendung zugestellt werden kann. Dahinter steckt eine groß angelegte Phishing-Kampagne. Das Deutsches Institut für Verbraucherschutz (DIV) warnt eindringlich davor, auf diese Nachrichten zu reagieren.

So sehen die gefälschten Zoll-SMS aus

Die betrügerischen Nachrichten folgen einem typischen Muster: Sie enthalten den Hinweis, ein Paket befinde sich beim Zoll und es sei eine Gebühr von wenigen Euro fällig – häufig zwischen 1,99 und 4,99 Euro. Der niedrige Betrag ist bewusst gewählt, damit Empfänger ihn als plausibel empfinden und bereitwillig zahlen. Die SMS enthält einen Link, der zu einer täuschend echt nachgebauten Webseite führt.

Auf dieser gefälschten Webseite werden Sie aufgefordert, Ihre vollständigen Zahlungsdaten einzugeben – Kreditkartennummer, Ablaufdatum, CVV-Code und häufig auch Ihre Adressdaten. Mit diesen Informationen können die Betrüger Ihre Kreditkarte für hochpreisige Einkäufe nutzen oder Ihre Identität stehlen.

Woran Sie die Fälschung erkennen

  • Der deutsche Zoll versendet keine SMS: Offizielle Zollbenachrichtigungen erfolgen ausschließlich per Brief oder über das offizielle Portal www.zoll.de.
  • Verdächtige Links: Die enthaltenen URLs führen nicht zu einer .de- oder .bund.de-Domain, sondern zu kryptischen Adressen mit vielen Zahlen oder zu ausländischen Domains.
  • Unpersönliche Anrede: Die Nachrichten enthalten weder Ihren Namen noch eine Sendungsnummer oder andere individuelle Angaben.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler: Viele dieser Nachrichten weisen sprachliche Mängel auf, die bei offiziellen Behörden nicht vorkommen würden.
  • Drohung mit Rücksendung: Oft wird behauptet, das Paket werde innerhalb von 24 oder 48 Stunden zurückgesendet, um Zeitdruck aufzubauen.

Richtig reagieren: So schützen Sie sich

Klicken Sie niemals auf Links in solchen SMS. Löschen Sie die Nachricht sofort. Falls Sie tatsächlich ein Paket aus dem Ausland erwarten und unsicher sind, prüfen Sie den Sendungsstatus direkt beim jeweiligen Paketdienstleister über dessen offizielle App oder Webseite. Zollgebühren werden bei seriösen Zustellern direkt beim Postboten oder über das offizielle Zollportal bezahlt.

Melden Sie die betrügerische SMS bei der Bundesnetzagentur unter der Rufnummer 0291 9955-206 oder über das Online-Beschwerdeformular auf bundesnetzagentur.de. Leiten Sie die SMS an die Nummer 7726 (SPAM) weiter, sofern Ihr Mobilfunkanbieter diesen Dienst unterstützt. Diese Meldungen helfen dabei, die Absendernummern zu sperren und andere Verbraucher zu schützen.

Bereits auf den Link geklickt? Das sollten Sie jetzt tun

Wenn Sie auf den Link geklickt und Zahlungsdaten eingegeben haben, handeln Sie sofort: Lassen Sie Ihre Kreditkarte über den Sperr-Notruf 116 116 sperren. Informieren Sie Ihre Bank über den Betrug und prüfen Sie Ihre Kontoauszüge sorgfältig auf unberechtigte Abbuchungen. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und dokumentieren Sie die SMS sowie den Chatverlauf mit Screenshots. Je schneller Sie handeln, desto größer ist die Chance, finanziellen Schaden abzuwenden.