WhatsApp-Enkeltrick: Neue Betrugsmasche 2026
Der WhatsApp-Enkeltrick hat sich 2026 zu einer der häufigsten Betrugsmaschen in Deutschland entwickelt. Kriminelle nutzen den Messenger-Dienst, um sich als Familienangehörige auszugeben – meist als Sohn, Tochter oder Enkel. Die Nachricht beginnt typischerweise mit „Hallo Mama, ich habe eine neue Nummer" und führt innerhalb weniger Nachrichten zu einer dringenden Geldforderung. Das Deutsches Institut für Verbraucherschutz (DIV) erklärt, wie Sie sich und Ihre Angehörigen schützen.
So funktioniert der WhatsApp-Enkeltrick
Die Täter gehen systematisch vor: Sie versenden massenhaft Nachrichten an zufällige Mobilfunknummern und geben sich als nahestehende Person aus. In der Nachricht wird erklärt, das alte Handy sei kaputt oder verloren gegangen. Sobald das Opfer antwortet und die neue Nummer einspeichert, wird eine Notsituation geschildert – etwa eine unbezahlte Rechnung, ein Unfall oder eine dringende Überweisung, die vom neuen Handy noch nicht möglich sei.
Die geforderten Beträge liegen häufig zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Die Überweisung soll per Echtzeitüberweisung oder über Bezahldienste erfolgen, damit das Geld sofort und unwiderruflich beim Empfänger ankommt. Laut Bundeskriminalamt (BKA) entstand 2025 durch diese Masche ein Schaden von über 22 Millionen Euro allein in Deutschland.
Typische Warnsignale erkennen
- Neue, unbekannte Nummer: Die Person meldet sich von einer Ihnen unbekannten Nummer und behauptet, ein Familienmitglied zu sein.
- Zeitdruck: Es wird sofortiges Handeln gefordert. Typische Formulierungen sind „Kannst du das bitte heute noch überweisen?" oder „Es ist wirklich dringend".
- Keine Telefonate: Die Person weigert sich, telefonisch zu sprechen oder ein Sprachnachricht zu senden, und kommuniziert ausschließlich per Textnachricht.
- Ungewöhnliche Ausdrucksweise: Achten Sie auf untypische Formulierungen, fehlende Insider-Informationen oder einen ungewohnten Schreibstil.
- Geldtransfer an unbekannte Konten: Die Bankverbindung gehört nicht der Person, die sich als Ihr Angehöriger ausgibt.
So schützen Sie sich und Ihre Familie
Der wichtigste Schutz ist einfach: Rufen Sie immer die Ihnen bekannte, alte Nummer Ihres Angehörigen an, bevor Sie Geld überweisen. Selbst wenn die Person angeblich telefonisch nicht erreichbar ist – versuchen Sie es trotzdem. Informieren Sie ältere Familienmitglieder regelmäßig über diese Betrugsmasche.
Vereinbaren Sie innerhalb der Familie ein Codewort, das nur Ihnen bekannt ist. Fragen Sie in der verdächtigen Nachricht nach diesem Codewort. Überweisen Sie niemals Geld an unbekannte Konten auf Druck einer einzelnen Nachricht. Aktivieren Sie zudem die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihr WhatsApp-Konto, um zu verhindern, dass Ihre eigene Nummer für Betrugsmaschen missbraucht wird.
Was tun, wenn Sie Opfer geworden sind?
Sollten Sie bereits Geld überwiesen haben, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und versuchen Sie, die Überweisung zu stoppen. Bei Echtzeitüberweisungen ist dies leider oft nicht mehr möglich. Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei – dies ist auch online über die Internetwachen der Landespolizei möglich. Sichern Sie den gesamten Chatverlauf als Beweismittel durch Screenshots.
Melden Sie die betrügerische Nummer bei WhatsApp über die Funktion „Kontakt melden". Das DIV empfiehlt außerdem, den Vorfall bei der Verbraucherzentrale zu melden, damit andere Verbraucher gewarnt werden können. Je mehr Betroffene sich melden, desto besser können Behörden und Verbraucherschutzorganisationen gegen diese Betrugsmaschen vorgehen.
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